Für ein gutes und selbstbestimmtes Studium

Wir bekennen uns zum Ideal eigenverantwortlicher Studierender sowie eines selbstbestimmten Studiums. Wir sind der Ansicht, dass Bildung im Humboldt’schen Sinne nur in Freiwilligkeit und durch eigenes wissenschaftliches Interesse erlangt werden kann.

Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass in den Studiengängen möglichst viele Wahlfreiheiten bestehen, dass es möglich bleibt, auch über den Tellerrand in andere Fachbereiche zu blicken und dass auch die zeitliche Organisation des Studiums flexibel gehandhabt werden kann. Zu starre Studienpläne erschweren nicht nur eine eigenverantwortliche Auseinandersetzung mit dem Studiengang und seinen Inhalten, sie hindern Menschen in Verantwortung für Kinder oder Pflege auch daran, überhaupt ein Studium aufzunehmen. Wir treten deshalb für den Aufbau von Teilzeitstudiengängen ein, die dabei helfen können, ein individuell zu bewältigendes Studienprogramm zusammenzustellen, ohne dafür auf Förderleistungen nach dem BAFöG verzichten zu müssen. Ein Teilzeitstudienmodell trüge auch dem Umstand Rechnung, dass in den letzten Jahren immer mehr Studierende zum Teil sehr aufwändigen Nebenjobs nachgehen müssen, um sich ihr Studium zu finanzieren. Wir treten deshalb für einen Ausbau der staatlichen Bildungsförderung ein.

Kulturelle, politische oder soziale Initiative darf im Studium kein Hindernis darstellen, sondern muss als Entwicklung der Persönlichkeit und als Dienst an der Allgemeinheit gefördert werden! Die von uns erreichbte Anerkennung von „zivilgesellschaftlichem Engagement“ im Optionalbereich der Philosophischen Fakultät ist dafür ein erster Schritt.

An der Universität selbst haben wir uns in den vergangenen Jahren für eine Reduzierung des unflexiblen Zeitaufwands eingesetzt. Dazu gehört in erster Linie das Eintreten für eine Abschaffung der Anwesenheitspflichten in Vorlesungen, Übungen und Seminaren. Eine reine Anwesenheit kann nicht als (Studien)Leistung gelten. Eine regelmäßige Teilnahme an den Fachveranstaltungen halten wir zwar grundsätzlich für erstrebenswert, allerdings sollte sie der Verantwortung der Studierenden selbst überlassen bleiben. Dazu gehört aber auch eine Verringerung der in vielen Studiengängen sehr hohen Prüfungsdichte.

Unser Ziel ist es… einerseits, Universität und Studium für Menschen verschiedenster Herkunft und mit verschiedensten familiären und finanziellen Hintergründen grundsätzlich offen zu gestalten. Andererseits ist es unser Anliegen, das Studium für alle Studierenden besser zu machen. Dafür versuchen wir etwa darauf hinzuwirken, den Austausch von Veranstaltungen zwischen verwandten Fächern zu ermöglichen und so das Angebot für die Studierenden zu vergrößern, die Anerkennung von Prüfungsleistungen zu vereinfachen und die Notenvergabe allgemein transparenter zu gestalten. Dass – wie von uns vorgeschlagen – für die Lehrenden der Uni nun freiwillige Pädagogikfortbildungen angeboten werden, ist eine sehr positive Entwicklung.

Leider stehen noch immer nicht für alle Bachelor-Absolvent/innen Masterplätze zur Verfügung. Wir fordern Universität und Land auf, ausreichende Kapazitäten zu schaffen. Um einen reibungslosen Übergang zwischen Bachelor und Master zu gewährleisten, haben wir uns in den letzten Jahren dafür eingesetzt, die Abgabefristen der Bachelorarbeiten möglichst kulant zu setzen und den Beginn des Masterstudiums zum Sommersemester in weiteren Studiengängen zu ermöglichen.

Für uns ist es wichtig, dass die Universität Bonn Ihre Fächervielfalt erhält und auch kleine Fächer mit besonderen Schwerpunkten weiterhin angeboten werden. Wir versuchen deshalb mit Protest auf Uni- und Landesebene die angekündigten Streichungen ganzer Professuren zu verhindern.

Für diese Themen setzen wir uns mit unseren Vertreter/innen im Senat, dem Gleichstellungsbeirat, im Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät sowie in zahlreichen Ausschüssen und Kommissionen der Universität ein. So gestalten wir aktiv die Hochschulpolitik an der Universität und bewirken, dass die Interessen der Studierendenb gehört werden. Damit die Anliegen der Studierenden mehr Gewicht haben, fordern wir für die Zukunft eine paritätische Besetzung aller Unigremien, in denen wir uns vor allem für eine Verbesserung der Studienbedingungen einsetzen.