Unter dem Motto „zu Recht vergessene Perlen der Filmgeschichte“ zeigen wir zwei grandiose Werke:

Der goldene Nazivampir von Absam 2 – Das Geheimnis von Schloß Kottlitz (2008) – 46 Minuten

sowie Mega Shark vs Crocosaurus (2010) – 88 Minuten

Die Veranstaltung findet im Internationalen Club, Poppelsdorfer Allee 53statt, Beginn ist 20.00 Uhr

Der Eintritt ist frei!

Der goldene Nazivampir von Absam 2 – Das Geheimnis von Schloß Kottlitz (2008)

Bei diesem Griff in die unteren Fächer des DVD-Regals handelt es sich um eine Trashkomödie von Lasse Nolte über einen amerikanischen Agenten im Zweiten Weltkrieg, weit hinter den feindlichen Linien und tief im Bereich des Okkulten. Die Häufung des Schreckens durch die Kombination eines klassischen Monsters wie des Vampirs, mit dem im Trashfilm zu einem modernen Monster stilisierten ‚Nazi‘ (was wohl nur einen Teil der Tendenz zur Popularisierung dieser Folie darstellt) kann als ironische Übertreibung angesehen werden. Eine Ironisierung der klischeehaften Überzeichnung der Fähigkeiten nationalsozialistischer Organisationen in den Bereichen der Wissenschaft und des Paranormalen, wie sie auch in der erst kürzlich Verfilmten Geschichte von Captain America (2011, Regie Joe Johnston) vorgenommen wird, ist Teil der Problematik der Mythenbildung in Bezug auf den Nationalsozialismus. Der Umgang mit dem Nationalsozialismus in der Popkultur kann zurecht kritisiert werden. Da Trashfilme die Bestärkung gesellschaftlicher Normalität durch die Verbindung negativer Assoziationen mit dem ‚abnormalen‘, wie sie im Genre des Horrorfilms zu finden ist, fehlt, wird alles zum Objekt der Unterhaltung, aber auch der Reflektion. Die komödiantische Verarbeitung des Stoffes auf diesem knapp über dem Amateurhaften liegenden Niveau sagt vielleicht mehr über den Umgang Deutschlands mit seine Vergangenheit aus, als intendiert war.

Mega Shark vs Crocosaurus (2010)

Dieses aktuelle Trashfilm-Spektakel von Regisseur Christopher Ray von 2010 steht in einer Reihe mit Mega Shark vs Giant Octopus, der 2009 produziert wurde und wie auch der Film von 2010, zum Glück nie die Kinos erreichte. Umso interessanter ist es den Film nun einem breiten und kritischen Publikum zu unterbreiten. In beiden Filme treffen zwei Monster aufeinander, die in ihrem Versuch sich gegenseitig zu vernichten eine Bedrohung für das Leben der menschlichen Protagonisten und direkt, bzw. indirekt durch ihre Nachkommenschaft, für das Wohlergehen der gesamten Menschheit darstellen. Megashark vs Crocosaurus ist eine (hoffentlich) ironische Adaption klassischer Monster-Filme wie Merian C. Coopers King Kong von 1933 oder Ishirô Hondas Gojira (engl. Titel: Godzilla) von 1958. Das Schema blieb in den letzten 50 Jahren das gleiche. Tierische Monster mit oft übernatürlichen Eigenschaften werden durch menschliche Einflussnahme, seien es die Atomversuche der USA (Godzilla) oder eine Expedition in unberührte Wildnis (King Kong), auf die Zivilisation losgelassen und sorgen für Zerstörung und Chaos. Auch in Mega Shark vs Crocosaurus ist der menschliche Eingriff in die Natur Auslöser der Katastrophe. Die Personifizierung der Naturgewalt und –katastrophen in Form animalischer Monster stellt zum einen eine Konkretisierung der diffusen Ängste des in zivilisatorischen Kategorien denkenden Menschen dar, zum anderen zeigt sich darin aber auch eine Reflektion des eigenen Handelns und des Umgangs mit der Natur.