Angesichts der drohenden dramatischen finanziellen Einschnitte an der Philosophischen Fakultät von voraussichtlich 1,5 Millionen pro Jahr wenden sich Studierende und Lehrende gemeinsam gegen weitere Einsparungen. Auch die grüne Hochschulgruppe unterstützt die Resolution, welche in Folge der letzten Sitzung des Fakultätsrats von VertreterInnen aus den unterschiedlichen akademischen Gruppen (Studierende, wissenschaftliche MitarbeiterInnen, ProfessorInnen) erarbeitet und bereits von mehreren Hundert Studierenden und Lehrenden unterzeichnet wurde.

Denn die Kürzungen betreffen alle: Die Studierenden, welche mit einer Einschränkung des Lehr- und Fächerangebotsrechnen müssen, aber auch die Lehrenden und Forschenden, welche die durch den Wegfall zahlreicher Stellen entstehenden Lücken durch Mehrarbeit kompensieren müssen und sich mit einer weiteren Prekarisierung der wissenschaftlichen Tätigkeiten konfrontiert sehen. Unter studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräften und Mitarbeitern ist prekäre Arbeit bereits jetzt schon Normalität. Nicht zuletzt sind diejenigen betroffen, die ihre Anstellung an der Universität verlieren werden. Die jahrelange chronische Unterfinanzierung der meisten Fächer wird durch weitere Sparpläne verschärft und gefährdet den Fortbestand großer wie kleiner Fächer.

Durch eine gemeinsame Resolution soll vermieden werden, dass sich Studierende und Lehrende sowie die unterschiedlichen Institute und Fächer untereinander in Grabenkriegen verlieren. Bei dieser so essentiell wichtigen, alle Gruppen und Fachbereiche gleichermaßen betreffenden Entscheidung ist es vielmehr wichtig, die gemeinsamen Interessen zu artikulieren und auf die strukturelle Problematik hinzuweisen. Wir hoffen, auf diese Weise ein starkes Zeichen zu setzen, dass wir alle nicht bereit sind, eine Demontage der Philosophischen Fakultät hinzunehmen. Eine starke und vielfältige Geisteswissenschaft ist zentraler Bestandteil gerade der Bonner Universität und darf nicht durch zunehmende Spezialisierung und Exzellenzstreben gefährdet werden.

Der aktuelle Situation ist allerdings kein Spezifikum der Philosophischen Fakultät. Es zeigt sich hier vielmehr nur die Spitze des Eisbergs; langfristig sind alle Fachbereiche der Universität gleichermaßen betroffen. In einigen Bereichen kann die Qualität in der Lehre schon jetzt nur noch durch den massiven Einsatz von Drittmitteln garantiert werden, die dafür ursprünglich gar nicht vorgesehen waren. In Fächern, in welchen Kompensationen durch Drittmitteln schwierig sind, wird bereits aktuell das volle Ausmaß sichtbar. Die Garantie frei zugänglicher, staatlich geförderter und qualitativ hochwertiger Wissenschaft wird auf diese Weise untergraben. Der Senat der Universität in seiner Sitzung vom 8. Dezember einstimmig eine Stellungnahme verabschiedet, wonach die Finanzierung der Universitäten nachweislich nicht bedarfsgerecht ist.

Wir appellieren deshalb gemeinsam an die Landesregierung, diesen Tendenzen zu begegnen, der wissenschaftlichen Bildung auch finanziell den Stellenwert zuzuerkennen, welcher politisch kommuniziert wird und für eine tatsächlich bedarfsgerechte Finanzierung Sorge zu tragen. Der Staat darf sich seiner Verantwortung nicht entziehen und die Bildungsförderung immer mehr der Wirtschaft überlassen. Nur so kann eine Selektion sowohl der Studienfächer, als auch derer, die Zugang zum Studium erhalten, verhindert werden.

Hier findet ihr die Resolution mit Unterschriftenliste, welche ihr im AStA-Vorsitz (Nassetraße 11, 53113 Bonn) einreichen könnt. Die Listen werden gemeinsam, unter anderem durch die beiden VertreterInnen der grünen Hochschulgruppe im Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät, Dekan, Rektor und Landesregierung vorgelegt.