Mein Name ist Malte Lömpcke und ich studiere Politik und Gesellschaft an der Universität Bonn. Ich bin seit April Finanzreferent des AStA und verantwortlich für die Gelder der Studierendeschaft.
Das Finanzreferat erfüllt vor allem anweisende und kontrollierende Aufgaben. Die wichtigste Aufgabe ist das Bereitstellen und Verwalten der stundentischen Gelder für die Studierendeschaft. Im Fachjargon heißt es dann „Haushaltsplan“, welcher vom 01.Juli bis zum 30.Juni des Folgejahres gültig ist. Desweiteren bin ich für die Überweisung von Rechnungen und bei Nachfragen
Um eine korrekte und rechtlich einwandfreie Verwendung der Gelder der Studierendeschaft zu gewährleisten muss nach den Maßgaben der „Haushalts- und Wirtschaftsführungs-Verordnung der Studierendenschaften NRW“ und der „Satzung der Studierendeschaft“ ein im Saldo ausgeglichener Haushaltsplan aufgestellt werden, der die voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben gegenüber stellt.

Der Haushaltsplan gliedert sich in zwei Teile- den „Ordentlichen Haushalt“ und den „Verwahrhaushalt“.

Im „Ordentlichen Haushalt“ sind aktuell 1,145 Mio. € enthalten, der Verwahrhaushalt ist mit 11,215 Mio. € ausgestattet. Im aktuellen Haushaltsjahr sind es dann zusammen  12,36 Millionen Euro, wovon ca. 10 Millionen Euro für das Semester/VRS-Ticket aufgebracht werden müssen.
Der ordentliche Haushalt ist für die Finanzierung vielfältiger Projekte (z.B. Unterstützung der Uni Radios, die Sozial- und, Rechtsberatung, Veranstaltungen mit ökologischem und bildungswissenschaftlichen Hintergrund und nicht zuletzt die Förderung der ca. 60 Kulturgruppen an der Universität) Räumlichkeiten, Festangestellte, studentische Aushilfen und für die 11 der insgesamt 13 Referate Sachmittel und Aufwandsentschädigungen für die engagierten MitarbeiterInnen im AStA zuständig.
Der „Verwahrhaushalt“ hingegen enthält nicht nur die Mittel für die „Studitickets“, sondern auch die Gelder für das autonome Fachschaften- bzw. Sportreferat. Das bedeutet, dass der AStA, in diesem Fall ich als Finanzreferent, zwar den Fachschaften und Sportlern die Gelder überweist, einen direkten Zugriff hat der AStA allerdings nicht. Das würde auch dem Gedanken der zweckgebundenen Beiträge an diese beiden Referate nicht gerecht. Dadurch sind die Fachschaften und Sportler in der Lage, unabhängig von der politischen Ausrichtung eines AStA, ihre Gelder selbstständig in Projekte zu investieren. Ich denke, dass das ein ganz wichtiger und richtiger Punkt ist.
Außerdem sind im Verwahrhaushalt finanzielle Mittel für Studierende mit Kind angesiedelt. Seit Einführung dieser Maßnahme, im Januar 2011, sind bereits über 250 Anträge im Finanzreferat eingegangen und bearbeitet worden. In Zahlen bedeutet dieses, dass die Studierendeschaft studentische Eltern mit 100€ im Semester und KiTas, die Klein-Kinder von Studierenden betreuen ebenfalls 100€ pro Semester und Kind erhalten.
Studierende in finanzieller Notlage können beim studentischen Hilfsfond Darlehen und im Sozialreferat Kurzdarlehen beantragen. Es ist auffällig, dass immer mehr Studierende sich in finanziell schwierigen Situationenan den AStA wenden, da sie zum Teil nicht nur ver- sondern überschuldet sind. Deswegen wurde in Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat eine professionalisierte Schuldnerberatung angedacht, da immer mehr Studierenden die finanziellen Verbindlichkeiten über den Kopf wachsen. Leider scheiterte auch dieses, wie viele andere Vorhaben, am unbegründeten Widerstand und ohne den versprochenen Alternativ-Vorschlag der Jusos. Somit ist es für überschuldete Studierende weiterhin nur sehr schwer möglich die entsprechende, weil professionalisierte Beratung zu bekommen- Wartezeiten für Studierende bei den sozialen Einrichtungen des Landes, der Stadt und den geistlichen Trägern von bis zu sechs Monaten sind leider an der Tagesordnung, hier hätte sich endlich der „Solidaritätsgedanke“ der Jusos zeigen können.

Seit April sind weitere „Extra-Projekte“ angefallen, die sehr Zeitintensiv waren, die aber auch in den Aufgabenbereich eines engagierten Finanzreferenten fallen.
Der größte, und für alle Studierenden entscheidende Punkt war die geplante Satzungsänderung der Bonner Studierendenschaft. Hier sollten endlich die längst überfälligen Anpassungen im Finanzteil der Satzung an geltendes Recht sowie die Verkleinerung des Studierendenparlaments auf schlussendlich 45 von bisher 51 Sitzen durchgeführt werden. Leider konnte sich die Juso-HSG ob ihrer Sturheit keiner Verkleinerung des Studierendenparlaments anschließen, so dass alle Kompromissvorschläge seitens der GHG, der Piraten und des RCDS ins Leere liefen.
Im Spätsommer wurden die Weichen für die kostenlose Fahrradwerkstatt für alle Studierenden an der Uni Bonn gestellt, so dass es zum Frühjahr hin die Möglichkeit geben wird, an seinem Fahrrad unter fachkundiger Anleitung zu schrauben. Dieses Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und die Studierendenschaft trägt nur die Kosten für Werkzeug- die Personalkosten werden von der Universität und der Universitätsgesellschaft übernommen.

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