Die grüne Hochschulgruppe ghg-campus:grün Bonn spricht sich gegen die Exzellenzinitiative aus und fordert eine gerechtere Finanzierung der Hochschulen im gesamten Bundesgebiet.

Angesichts der desaströsen Grundfinanzierung aller Hochschulen in Deutschland sehen wir die Exzellenzinitiative, die „Zukunftskonzepte“ an nur zwölf Hochschulen fördert, sehr kritisch. Hier wird versucht, einen Wettbewerb nach dem angelsächsischen Modell der marktorientierten Hochschule zu schaffen. Im staatlich finanzierten deutschen Hochschulsystem ist dieser Ansatz jedoch völlig verfehlt und führt zu einer zweigeteilten Hochschullandschaft: mithilfe der Exzellenzinitiative wird eine künstliche Marktsituation dadurch erzwungen, dass neben den vielen chronisch unterfinanzierten Universitäten ein Dutzend „Elite-Unis“ entstehen. Diese werden dazu angehalten, Spitzenforschung zu betreiben, während die Verlierer des Wettbewerbs die große Masse an Studierenden nur rasch durch die Ausbildung schleusen sollen. So leidet die Qualität von Studium und Lehre unter der selektiven Förderung.

„Die in dieser Runde vergebenen 2,7 Milliarden Euro der Exzellenzinitiative wären als notwendige Mittel zur Verbesserung der Lehre und zum Ausbau der Forschungsgrundfinanzierung eine bessere Investition gewesen“, sagt Lisa Schüler, der Arbeitsvorstand der Grünen Hochschulgruppe Bonn. Letztendlich ist es egal, welche Hochschulen den Titel einer Elite-Uni gewonnen haben und welche Hochschulen ihn verloren haben, mit der Exzellenzinitiative werden alle Hochschulen zu Verlierern.