Kulinarische Hochgenüsse müssen nicht immer besonders exotisch sein – auch klimafreundliches Kochen kann schmecken! Das stellen wir immer wieder bei unseren öffentlichen Kochabenden fest. Hier einige Hintergrundinformationen und Rezepte (jeweils für ca. 10-16 Personen) von der vergangenen klimafreundlichen Kochaktion am 23.10.12. Herbstlich passend gab es

 

Kürbissuppe

Rheinischer Döppekooche

Rosenkohlsalat

Bratäpfel

 

Mehr als 20% der globalen Treibhausgase gehen auf die Zubereitung von Nahrungsmitteln zurück. Bezogen auf eine Person sind das zwei Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Diese Menge kann reduziert werden, wenn man nicht nur die „Kochtechnik“ energieeffizient auswählt, sonder bereits beim Einkauf und bei der Auswahl der Speisen darauf achtet, dass weniger Energie eingesetzt werden muss.

Dazu verzichten wir auf alle tierischen Produkte, da gerade die kommerzielle Tierhaltung ein besonders wichtiger Faktor für den Klimawandel ist. So wird beispielsweise 7-16 kg Getreide oder Sojabohnen benötigt, um ein Kilo Fleisch zu erzeugen. Die Welternährungsorganisation FAO der UNO stellte in der 2006 von ihr veröffentlichten Studie fest, dass 70 % des abgeholzten Amazonaswaldes für Viehweiden verwendet wurden und der Futtermittelanbau ein Großteil der restlichen 30 % belegt. In derselben Studie hielt die FAO fest, dass 70 % des weltweiten Landwirtschaftslandes für die Viehhaltung verwendet werden. Der Treibhauseffekt wird unter anderem durch die drei Gase Methan, Kohlendioxid und Stickstoffoxide verursacht. Alle drei entstehen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung in großen Mengen. Allein die weltweit gehaltenen 1,3 Milliarden Rinder sind für 12% der weltweiten Methangasemission verantwortlich.

Zudem verwenden wir nur Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau. Durch die übermäßige Verwendung von Düngemitteln wird in der traditionellen Landwirtschaft zum einen der Boden übersäuert, zum anderen bei der Herstellung der Dünger wieder Energie verbraucht. Im ökologischen Landbau werden weniger Düngemittel eingesetzt und die Bio-Bauern bewirtschaften ihre Flächen in der Regel nachhaltiger.

Der weltweite Verkehr gilt als CO2-Produzent Nummer eins. Daher nutzen wir für unser klimafreundliches Kochen nur regional produzierte Lebensmittel, die nicht erst weit antransportiert wurden – oft muss im Laden tatsächlich nachgefragt werden, woher die Lebensmittel kommen. Wir haben daher nur Lebensmittel, die in Deutschland angebaut wurden.

Auch in den Kühl- und Lagerhallen wird viel Energie verbraucht. Um diese Verschwendung zu vermeiden, kaufen wir nur Lebensmittel der aktuellen Saison, wie z.B. Kürbis, Zwiebeln, Kartoffeln oder Äpfel. Auf dem Bonner Bio-Markt vor dem Münster (Mittwoch und Samstag Vormittags) kann von heimischen Bauern eingekauft werden. Für heute Abend waren wir mit dem Fahrrad samt Anhänger einkaufen und haben somit nochmals CO2 eingespart.

Elf Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jedes Jahr weggeworfen. Vieles davon wäre noch problemlos essbar, lediglich das Mindest(!)-Haltbarkeitsdatum ist um kurze Zeit überschritten, Obst oder Gemüse ist etwas angestoßen oder das Brot ist schlicht „von gestern“ und wird nicht mehr verkauft. Wir finden diese Verschwendung problematisch und haben in das heutige Menü auch Zutaten integriert, die beim Containern gefunden wurden.

Besonders gerne befolgen wir unseren letzten Tipp zum klimafreundlichen Kochen: Gemeinsames schnippeln und essen macht nicht nur Spaß, sondern spart auch Strom und schont auch die Umwelt.

 

Kürbissuppe

Kürbis, Zwiebeln und Karotten haben wir von Bio-Bauern aus Deutschland gekauft. Auch Rapsöl und Gemüsebrühe sind einheimische Produkte. Beim Hokkaido-Kürbis fällt besonders wenig Abfall an, da man die Schale mitessen kann.

3 Hokkaido-Kürbis (jeweils ca. 1 kg)

3 Karotten

3 Zwiebel

6 EL Rapsöl

2 ¼ l Gemüsebrühe

Salz, Pfeffer, Kräuter

Den Kürbis gründlich waschen, halbieren, entkernen und in drei Zentimeter große Würfel schneiden. Die Schale des Hokkaido-Kürbis wird beim Kochen weich und kann mitgegessen werden. Die Karotten und die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln, Karotten und Kürbiswürfel hineingeben und bei mittlerer Hitze so lange schmoren, bis die Zwiebeln glasig sind. Mit Pfeffer und Salz würzen und mit Gemüsebrühe auffüllen. Etwa 15 Minuten köcheln lassen, bis die Kürbisstücke weich sind (dabei Deckel auf den Topf – das spart Energie und schont die Umwelt). Das Kürbisfleisch mit einem Stabmixer pürieren. Die Suppe mit Salz, Pfeffer verschiedenen heimischen Kräutern abschmecken.

 

Döppekooche

Die Kartoffeln und Zwiebeln stammten bei uns aus kontrolliert biologischem Anbau in Deutschland, auch die Margarine, die wir statt Butter verwendet haben, war biologisch. Anstatt Ei nahmen wir ein wenig Stärkemehl, um die Masse zu binden. Zum Döppekooche isst man traditionell Apfelmus (unseres war selbstgemacht aus Äpfeln aus dem Garten) oder Salat.

4 -5 kg festkochende Kartoffeln

5 mittelgroße Zwiebeln

4 EL Stärkemehl

Salz

Pfeffer

Muskatnuss

Öl oder Margarine für die Form

Kartoffeln schälen, waschen und mit einer Reibe feinreiben. Leicht die Flüssigkeit ausdrücken, z.B. mit einem Sieb oder Küchentuch. Backofen auf 180 °C vorheizen. Zwiebel pellen, ebenfalls feinreiben und mit den Kartoffeln vermengen. Das Stärkemehl gleichmäßig unter die Kartoffelmasse rühren. Die Masse mit frisch gemahlenem Pfeffer und Salz würzen. Die Kartoffelmasse gleichmäßig im gut gefetteten Bräter verteilen und im geschlossenen Bräter ca. 75 Minuten geschlossen garen. Deckel abnehmen und weitere 15 Minuten offen backen, evtl. den Backofen auf 200 °C hochdrehen. Es sollte sich eine schöne Kruste bilden.

Alternativ kann man den Döppekooche auch in der Pfanne machen, das ist dann eher die saarländische Variante (dort bekannt als Schales): Fett in einem großen Eisentopf erhitzen, die Kartoffelmass dazugeben. Erst umrühren, wenn die Masse eine braune Kruste hat. Nun immer wieder umrühren, bis der Schales leicht fest wird. Wenn nötig, nochmals Fett dazugeben.

 

Rosenkohlsalat

Für diesen Salat haben wir uns entschieden, weil ein Mitglied der GHG beim Containern auf eine Menge Rosenkohl gestoßen war. Aber auch saisonal passte das Rezept sehr gut.

500g Rosenkohl

3 EL Weißweinessig

1 EL Senf

6 EL Öl (Oliven)

1 EL Zucker

2 EL Petersilie, grob gehackt

1 Knoblachzehe

Den Rosenkohl putzen und in leicht kochenden Salzwasser 10-15 Minuten zugedeckt garen, dann abgießen und in eine Schüssel geben. Für die Salatsauce den Essig mit 4 EL Wasser, Senf, Öl, Zucker und Knoblauch cremig schlagen, dann die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken. Salatsauce und Petersilie mit dem Rosenkohl vermengen. Vor dem Servieren noch 10 Minuten ziehen lassen.

Außerdem gab es noch einen bunten Salat aus Endivien, Radieschen, Rettich, Gurke und Karotten.

 

Bratäpfel

Bratäpfel sind ein leckerer, winterlicher Nachtisch. Wir haben natürlich deutsche Bio-Äpfel gekauft, und die Walnüsse, die wir verwendet haben, stammen aus dem Garten.

16 Äpfel

16 EL Walnüsse (gehackt)

16 EL Rosinen

7 EL Rübenzucker oder Zuckerrübensirup

7 TL Zimt

Zitronensaft

500 g weiche Margarine

 

Das Kerngehäuse der Äpfel entfernen und die Äpfel innen mit Zitronensaft beträufeln, so dass sie nicht braun werden. Die weiche Margarine mit den Walnüssen und Rosinen verrühren. Mit Honig, Zimt und Zitronensaft nach Belieben abschmecken. Den Ofen auf 220°C vorheizen. Die Margarine-Masse in die Äpfel füllen und in eine Auflaufform setzen. In den Ofen schieben und ca. 40 Min. braten. Nach der Hälfte der Bratzeit evtl. mit Alufolie abdecken, damit die Äpfel nicht verbrennen. Die Bratäpfel mit der zerlaufenen Margarine begießen und auf Tellern anrichten. Sofort servieren.