Die Grüne Hochschulgruppe der Universität Bonn kritisiert die Einsetzung des neuen Hochschulrates, die in der Senatssitzung vom 8. November 2012 erfolgte. Bei den entsandten Personen handelt es sich hauptsächlich um uni-externe Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft, eine Vertretung der Studierenden, des wissenschaftlichen Mittelbaus sowie aus Technik und Verwaltung fehlt vollständig. Die Liste der zehn neuen Mitglieder, die zum 1. April 2013 ihre Arbeit aufnehmen sollen, wurde von einer knappen Mehrheit der Senatsmitglieder bestätigt. Eine Einzelabstimmung über die vorgeschlagenen Kandidaten und Kandidatinnen war, ebenso wie eine persönliche Befragung nach deren Zielen, nicht möglich. Selbst die beiden Senatsmitglieder der fünfköpfigen Findungskommission hatten vorab keine Gelegenheit, mit allen vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten zu sprechen.

Lisa Schüler (Arbeitsvorstand der grünen Hochschulgruppe Bonn) stellt fest: „Es kann nicht sein, dass die Besetzung des Rektorats oder zentrale Entscheidungen über die Finanzplanung der Universität bei einem Gremium liegen, das die größten Gruppen der Universität nicht repräsentiert und auf undemokratische Weise zustande kommt.“

Gemeinsam mit weiteren grünen Hochschulgruppen NRWs fordert die grüne Hochschulgruppe Bonn die Landesregierung in einer Stellungnahme  zur Abschaffung der Hochschulräte auf. Auch die im Koalitionsvertrag angekündigte Einführung des demokratischen Modells der Viertelparität darf kein Lippenbekenntnis bleiben.

„In der jetzigen Form bleibt die Hochschuldemokratie in den wichtigsten Punkten ausgehöhlt. Die Landesregierung muss jetzt möglichst schnell handeln und das Hochschulgesetz – wie versprochen – reformieren – anstatt das weiterhin auf die lange Bank zu schieben.“ ergänzt Alyoscha Jans (Zweiter Arbeitsvorstand der grünen Hochschulgruppe Bonn).

Diese Mitteilung wurde am 19.November 2012 veröffentlicht und als Pressemitteilung versendet.