Bildung statt Employability – die Universität ist für uns ein Ort der Bildung, des Austausches und der selbstbestimmten Lernens und Forschens. Jeder Studierende soll seine Interessen entwickeln können und genug Zeit zum Selbststudium haben. Statt angepasste Arbeitnehmer auszubilden sollte eine Uni die Bildung zu selbstbewussten und reflektiv denkenden Staatsbürgern ermöglichen.

Um eine gute Ausbildung zu gewährleisten, sehen wir es als Notwendigkeit an, den Studierenden eine gute Betreuung zur Seite zu stellen. Deshalb fordern wir ein besseres Betreuungsverhältnis und kritisieren den Stellenabbau in der Lehre. Zudem sollte jeder Studierende die Möglichkeit haben, Tutorien, AGs und Sprachkurse in kleinen Gruppen zu belegen. Als verantwortungsbewusster Mensch sollte jeder selbst entscheiden können, ob er in Vorlesungen oder Seminare geht, oder lieber im Selbststudium zu Hause lernt. Schlechte Veranstaltungen, Überfrachtung der Stundenpläne oder eventuell mangelndes Interesse können nicht durch die Verpflichtung zur Anwesenheit kompensiert werden. Stattdessen läuft diese der universitären Zielvorstellung einer Bildung zu eigenverantwortlichen Wissenschaftlern entgegen. Deswegen sind wir strikt gegen Anwesenheitspflichten an der Uni.

Den Bologna-Prozess begleiten wir kritisch: Durch die zunehmende Mobilität und die durchgeplanten, modulierten Studiengänge dürfen eigene Projekte nicht unterdrückt werden. Für ehrenamtliches Engagement außerhalb des Studiums muss ebenso Raum bleiben, wie für soziale Verpflichtungen (studieren mit Kind, Pflege von Verwandten) oder für die immer mehr zum Normalfall werdenden Nebenverdienste. Zudem muss jedem Studierenden der Zugang zu einem dem Diplom- oder Magister-Abschluss gleichgestellten Hochschulabschluss ermöglicht werden. Wir fordern daher ausreichend Masterplätze für alle Bewerber.

Eine gute Universität zeichnet sich für uns außerdem dadurch aus, dass sie ein breites Spektrum an Studienangeboten zur Verfügung stellt. Dies gilt sowohl für das Angebot innerhalb eines Fachbereichs, als auch für die Vielfalt der angebotenen Studiengänge. Aus diesem Grund treten wir dafür ein, dass auch kleine Fachbereiche erhalten werden und diese nicht Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Es darf keine Einmischung der Wirtschaft in die universitäre Lehre geben!

Soziale Gerechtigkeit ist Grundpfeiler unseres politischen Verständnisses. Dies bezieht sich, durch unseren Handlungsrahmen vorgegeben, vor allem auf die Bildungspolitik. In der heutigen Welt ist Bildung eine Grundvoraussetzung für die Teilhabe am sozialen und ökonomischen Leben. Deshalb sollte diese für alle Teile der Bevölkerung gleichermaßen zugänglich sein. Es darf nicht sein, dass Kinder aus einkommensschwächeren Familien einen Nachteil gegenüber Kindern wohlhabender Eltern haben. Wir lehnen deshalb die Studiengebühren ab, da wir sie für unsozial und sozial selektierend halten. Wir sehen außerdem die Gefahr, dass Studienkredite das BAföG-System langfristig ablösen und fordern dagegen eine Stärkung und einen Ausbau der BAföG-Programme, um mehr jungen Menschen den Zugang zur Bildung zu ermöglichen.

Damit die studentische Selbstverwaltung in allen Gremien effektiv die Interessen der Studierenden vertreten kann, ist Transparenz in der Finanzierung, den Stellenbesetzungen sowie eine nachvollziehbare Notenvergabe unabdingbar. Da es sich um öffentliche Gelder handelt, ist jedem/r Studierenden, insbesondere aber den Fachschaften und den gewählten VertreterInnen auf Fakultäts- und Senatsebene, Einblick in die Haushalte und Stellenausschreibungen der Abteilungen, Institute, Fakultäten und der Universität zeitnah zu ermöglichen. Wir fordern eine sofortige Veröffentlichung auf den entsprechenden Homepages sowie die Bekanntgabe durch den Newsletter der Universität.

Damit die Studierenden einen langfristigen Lerneffekt erhalten, ist die Notenvergabe transparent den Studierenden aufzuzeigen. Das beinhaltet eine nachvollziehbare Benotung der erbrachten Prüfungsleitung. Eine ausreichende Frist zur Einsichtnahme der benoteten Prüfungsleistung ist vor der Weitergabe an das Prüfungsamt nötig.