Filmvorführung aus der Reihe gemalte Gesellschaftskritik:

Wenn der Wind weht (Zeichentrick/DramaGB 1986)

am 01.06.2010, 20 Uhr im Südbahnhof (Ermekeilstraße 32)

Spätestens seit der Erfindung der Atombombe ist mensch­liche Macht über ihre ursprünglichen Dimensionen hinaus­gewachsen. Auch nach dem Kalten Krieg ist das Szena­rio eines „nuklearen Katastrophe“ mehr als realis­tisch: immer noch steht ein beachtlicher Teil derzeit betriebener Kern­reaktoren auf seismisch aktivem Grund. Haben wir Tschernobyl vergessen?

Wenn der Wind weht“ thematisiert jedoch weniger jene Fragen nach der Verantwortung menschlichen Handelns, denn hier ist der Atomkrieg beschlossene Sache! Das liebenswert naive Rentner-Ehepaar Hilda und Jim bereitet sich auf diesen vor. Den Instruktionen staatlicher Broschüren fol­gend nehmen sie diverse Umbauten an ihrem kleinen Häuschen im ländlichen Großbritannien vor: sie errichten einen Schutzraum, decken sich mit Lebens­mitteln ein und streichen die Fenster weiß. Dann ist es soweit: auch Hilda und Jim bekommen die Detonation der Atombombe deutlich zu spüren, bleiben jedoch unversehrt … scheinbar.

I think we should learn to live without it, because it is totally uncontrollable”

(Raymond Briggs, Drehbuchautor, über Kernkraft)