Grüne Suchmaschinen als Alternative zu Google & Co

Wer im Internet surft, der muss sich erst einmal zurechtfinden. Die Benutzung einer Suchmaschine ist dabei fast schon obligatorisch, nicht umsonst hat der mittlerweile weltweite Marktführer hierzulande einen solchen Bekanntheitsgrad erlangt, dass sein Name schon als Synonym für die Suche im Internet gilt. Und wer Google vorher noch nicht kannte, dürfte den Platzhirsch inzwischen dank seiner fragwürdigen Datensammelwut und –verwertung aus den Nachrichten (nicht zuletzt dank Streetview) kennen. Doch es gibt noch einen weiteren Grund, weshalb man sich eine Alternative zu Google suchen sollte. Laut den Schätzungen einiger Wissenschaftler verbraucht eine Suchanfrage über Google ca. so viel Strom wie eine Glühsparbirne, die eine Stunde lang brennt. Bedenkt man, dass manche Menschen Google sogar dazu missbrauchen, selbst bekannte Adressen zu suchen, anstatt sie direkt in die Adresszeile einzugeben, kommen schnell ein paar Kilowatt zustande. Abhilfe schaffen hier sog. Grüne Suchmaschinen.

Vor ca. 2 Jahren entstand die erste ihrer Art, seitdem hat sich am Prinzip der grünen Dienstleister nicht viel geändert. Die Einnahmen, die durch Werbeeinblendungen entstehen (diese nimmt man wie bei Google kaum war, da sie zwischen die Suchergebnisse gemischt werden), gehen zum größten Teil in Wiederaufforstungsprojekte, so soll dem CO2-Verbrauch entgegen gewirkt werden. Aber auch diese Seiten erhalten ihren Strom leider nicht aus regenerativen Energien, da sich diese Suchmaschinen immer noch der Engine von Google, BING (Microsoft) & Co. bedienen und daher nicht mit Ökostrom laufen. Dennoch ist ihr Ansatz eine vernünftige Alternative zu den Standardsuchmaschinen. Daher möchte ich euch hiermit drei dieser Seiten einmal vorstellen:

War wohl eine der im dt. Raum ersten Suchseiten dieser Art. Sie setzte auf die Google Engine auf. Nachdem der Kornzerngigant jedoch etwas dagegen hatte, musste der Betreiber die Seite zeitweise stilllegen. Mittlerweile läuft sie wieder, wenn auch mit der Leistung der BING-Suchmaschine. Laut eigenen Angaben gehen ca. 90% der Einnahmen an das „Adopt an Acre“ Programm. Dies bedeutet pro Suche werden gut 0,1m² Regenwald geschützt. So hat Forestle schon über 7.7 mio m² retten können. Betrieben wird diese Seite von Christian Kroll aus Wittenberg.

Diese Seite wird von derselben Person betrieben. Wer einen genauen Blick auf die Seite wirft, wird dies durch die gegenseitige Verlinkung beider Seiten schnell feststellen. Der wesentliche Unterschied gegenüber Forestle liegt darin, dass hier nicht etwa ein Wiederaufforstungsprogramm gefördert wird, sondern die Seite Zertifikate für erneuerbare Energien erwirbt (Stichwort Emissionshandel). Diese Seite basiert auf der Google-Search-Engine.

Ecosia baut auf den Suchmaschinen BING und Yahoo auf. Rund 80% der Einnahmen gehen an ein Regenwaldschutzprojekt des WWF. Damit rühmt sich die Seite ca. 2m² pro Suchanfrage retten zu können. Zudem laufen die eigenen Server mit Ökostrom. Damit ist diese neuere Seite wohl eine der attraktivsten im Green-Searching-Bereich. Weshalb diese Seite so viel mehr im Vergleich zu Forestle rettet, bleibt wohl das Geheimnis von Christian Kroll, der auch diese Seite betreibt.

Auch wenn man hinterfragen mag, warum Herr Kroll all diese Seiten betreibt, bleiben die oben vorgeschlagenen durchaus eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Suchmaschinen, hier kann man, ohne sein Verhalten zu ändern (massentauglich), etwas für die Umwelt tun. Zudem gefällt die Transparenz, die alle drei Webpages aufweisen – selbst die Spendennachweise an WWF und Co. werden hinterlegt.

Wer immer noch nicht überzeugt ist, mag es einmal selbst ausprobieren oder sich eine ähnliche Alternative suchen (dann aber bitte schon mit einer dieser Suchseiten). Neben den Grünen Suchseiten gibt es auch diverse Seiten, die stattdessen soziale Projekte unterstützen. Und wer sich letztendlich für eine Seite entschieden hat, kann der Bequemlichkeit halber gucken, ob er diese in die Suchfunktion seines Browsers eingebunden bekommt (Zumindest in Firefox funktioniert dies meist problemlos über Suchmaschine verwalten).