Es wird Winter. Und je mehr die Kälte draußen zunimmt, desto wichtiger wird ein gemütlich warmes Zuhause. Nun ist es gerade unter Studierenden so, dass nur eine sehr kleine, fast zu vernachlässigende Minderheit in perfekt isolierten Passivhäusern wohnt, die mit einer Viertelstunde Sonnenschein am Tag schon angenehme Temperaturen annehmen. Mit weit größerer Wahrscheinlichkeit sitzt der fröstelnde Mensch in schlecht isolierten Altbauten, womöglich noch mit einfach verglasten Fenstern und zentimetergroßen Türritzen. Was ist zu tun? Klar, Heizung aufdrehen. Wohl dem, der eine pauschale Nebenkostenabrechnung hat und soviel verbrauchen kann wie er will! Unangenehm wird es für diejenigen, denen nach einem kalten Winter horrende Nachzahlungen ins Haus flattern. Und gab es da  nicht auch noch diese komischen Ökos, die dauernd von Energie sparen und ökologischem Fußabdruck und Klimawandel daherreden?

Nein, wir halten heute mal keine Predigt darüber, wie scheiße Heizen fürs Klima ist, dass den Eisbären ihre Schollen unterm Hintern wegschmelzen weil hier so viel CO2 in die Luft geblasen wird, dass der Verbrauch von Erdöl und -gas letztlich die Millionen Vladimir Putins vermehrt und strombetriebene Heizkörper das Energie-Ineffizienteste überhaupt und damit fast noch schlimmer sind… damit kann man natürlich Seiten, Bücher, ja ganze Bibliotheken füllen. Aber jetzt mal ganz ehrlich: Möchtet ihr wirklich mit gutem Gewissen, aber dafür vermummt mit drei Pullis und Wollsocken bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hausen? Na also. Aber es gibt ja zum Glück auch ein paar weniger radikale und wesentlich praktikablere Lösungen, Geld und Wärme möglichst effektiv bei sich zu behalten:

Fenster

Glas ist ein ziemlich guter Wärmeleiter, daher geht über Fenster mit am meisten Heizenergie verloren. Bei alten, einfach verglasten Fenstern mit Holzrahmen wäre eigentlich das Beste, direkt den Vermieter anzurufen und einen Austausch zu verlangen. Ist das gerade nicht drin, gibt es Wärmeisolierfolie, die auf den Rahmen geklebt wird und damit eine Luftschicht zwischen Fenster und Folie schafft, die isolierend wirkt. Effektiv sind auch Styroporplatten am Glas, worunter allerdings die Aussicht ziemlich leidet – vielleicht eher eine Möglichkeit für Glastüren und Leute die schon immer das Gefühl hatten dass ihr Nachbar mehr sieht als er sollte. Auch ein dicker Vorhang vor dem Fenster hält einiges an Wärme im Zimmer.

Türen

Bei Ritzen unter der Tür, die kalte Luft hereinlassen, hilft dieses längliche Ding, das der Laie als Anti-Zug-Wurst oder Türdackel bezeichnet, der Fachmann spricht von einem Zugluftstopper. Gibt’s inzwischen nicht nur gehäkelt von Oma sondern auch in allen Formen, Farben und Materialien im Baumarkt.

Temperatur

In Wohnräumen fühlt man sich meist bei 20-22 Grad wohl – es gilt die Faustregel, dass sich die Heizkosten mit jedem zusätzlichen Grad um ca. 6 % erhöhen. Wenn man für ein paar Stunden nicht zu Hause ist, sollte man die Temperatur um drei bis fünf Grad senken, allerdings nicht viel mehr, da sonst das Aufheizen mehr Energie kostet als das Warmhalten. Den Heizkörper voll aufzudrehen ist dann fast nie nötig, bei den meisten Thermostatventilen reicht Stufe 3.

Heizung entlüften

Wenn Heizkörper sich zu langsam erwärmen oder es gluckert, ist meist Luft im Wasserkreislauf und muss entfernt werden. Dazu braucht man einen Entlüftungsschlüssel (gibt’s im Baumarkt), den man auf den Vierkantstift auf dem Entlüftungsventil (das ist meist an der gegenüberliegenden Seite des Temperatureinstellrads) aufsetzt und ca. eine halbe Drehung nach links dreht, bis es zischt und Wasser austritt. Dieses mit einem Schüsselchen auffangen, am besten alte Handtücher unterlegen!

Zimmer lüften

Stoßlüften – hat jeder schon mal gehört, ist aber immer noch effektiv und dem Kippfenster über der aufgedrehten Heizung energietechnisch auf jeden Fall vorzuziehen. Von der Alternative, aufgrund der hohen Heizkosten ganz aufs Lüften zu verzichten, raten wir hingegen ab. Ein wenig Luftwechsel ab und zu ist ganz fein, um Schimmelbildung zu vermeiden, und die olfaktorische Toleranz etwaiger Besucher sollte man auch nicht überstrapazieren.

Und sollte das alles nicht zu den gewünschten Ergebnissen führen, dann hilft nur noch eins: raus aus dem Zimmer und ab zum Plenum der Grünen Hochschulgruppe.