Nach der letzten Sitzung des Studierendenparlaments (SP) am Donnerstag, den 16. Dezember, ist es traurige Gewissheit, dass die Mehrheit der im Parlament vertretenen Hochschulgruppen eine aktive Vertretung studentischer Interessen anscheinend nicht zu ihren Aufgaben zählt. Wie sonst ist es zu erklären, dass die von den Studierenden gewählten Vertreter es nicht für notwendig halten, an den Sitzungen des höchsten Gremiums der Studierendenschaft teilzunehmen und in in Ermangelung eigener konstruktiver Vorschläge zumindest die Kontrollfunktion der parlamentarischen Opposition wahrzunehmen.
Besonders augenfällig ist die Abwesenheit der RCDS-Vertreter. Der eigentlich größten Fraktion des aktuellen Studierendenparlaments ist es, abgesehen von der konstituierenden Sitzung eine Woche nach der letzten Wahl, nicht ein einziges Mal gelungen, vollzählig im SP zu erscheinen. Über die gesamte Legislatur kommt die RCDS-Fraktion auf eine Anwesenheitsquote von deutlich unter 60 Prozent. Geradezu absurd mutet vor diesem Hintergrund der regelmäßig formulierte Anspruch an, für zu besetzende Posten ein Erstvorschlagsrecht zu haben. Das gleiche Bild zeigte sich in vielen Ausschüssen des SP, in denen RCDS-Mitglieder zwar aufgrund ihrer Position als stärkste Fraktion den Vorsitz beanspruchten, dann aber meist durch Abwesenheit glänzten. Angesichts der liegen gebliebenen Arbeit sah sich eine Mehrheit des Studierendenparlaments kürzlich dazu gezwungen, den RCDS-Vorsitzenden Sakis Wadenpohl zur Erfüllung seiner Pflichten im elementar wichtigen Ausschuss für Satzung und Geschäftsordnung des SP aufzurufen, da dieser es nicht für nötig hielt, im WiSe auch nur zu einer einzigen Sitzung einzuladen.

Auch die ULF nimmt es mit der Wahrnehmung ihrer Aufgaben anscheinend nicht so genau. An acht der vierzehn regulären Sitzungen nahm kein einziger Vertreter dieser Hochschulgruppe, der immerhin drei Sitze im SP zustehen, teil. Bei der über das gesamte Jahr betrachteten Anwesenheit bleibt die ULF damit unter 30 Prozent.

Andere Hochschulgruppen nehmen ihre Mandate glücklicherweise etwas ernster. Jusos, LUST und OL:B! landen immerhin zwischen 80 und 90 Prozent.

Wir als Grüne Hochschulgruppe der Uni Bonn fühlen uns verpflichtet, die Interessen der Studierenden aktiv in den Gremien der studentischen Selbstverwaltung – und insbesondere im SP – zu vertreten, damit die Verantwortung, die uns von unseren Wählern auferlegt ist, wahrzunehmen und euren Interessen eine starke Stimme zu verleihen. Unsere Fraktion war, abgesehen von einer Sitzung, regelmäßig vollzählig. Damit erreichen wir eine Quote von 98,6 Prozent und liegen mit Abstand an der Spitze der im SP vertretenen Hochschulgruppen.

Die genaue Auflistung der Anwesenheiten findet ihr auch in unserer Rubrik „Hochschulpolitik“:

Anwesenheit im SP