Die Grüne Hochschulgruppe begrüßt die Entscheidung des nordrhein-westfälischen Landtags zur Abschaffung der Studiengebühren. Obgleich wir ein gebührenfreies Studium bereits zum Sommersemester 2011 für sinnvoll gehalten und dafür in einem offenen Brief an die Landesregierung plädiert hatten, bewerten wir den Beschluss des Landesparlaments positiv. Die rot-grüne Minderheitenregierung hat damit nicht nur ein zentrales Wahlversprechen eingelöst, sondern vor allem einen großen Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit geleistet. Bildung ist in der heutigen Welt eine Grundvoraussetzung für die Teilhabe am sozialen und ökonomischen Leben. Deshalb muss diese für alle Teile der Bevölkerung gleichermaßen zugänglich sein und darf nicht von finanziellen Voraussetzungen abhängig sein.
Als Grüne Hochschulgruppe haben wir stets auf die abschreckende Wirkung der Gebühren auf potentielle StudienanfängerInnen hingewiesen und uns im Studierendenparlament, im AStA und außerparlamentarisch für die Abschaffung der unsozialen „Campusmaut“ ausgesprochen (siehe auch den Artikel StudienBEITRÄGE oder doch eher StudienGEBÜHREN).
Gerade an der Universität Bonn, wo der Höchstsatz von 500 Euro erhoben wurde und die enormen Summen keineswegs immer der direkten Verbesserung der Lehre zugute kommen sollten (Stichworte Toilettensanierung, Studienstiftung, Raucherpavillions etc.), trat die Absurdität der Gebühren manchmal deutlich hervor. Als gewählte VertreterInnen der Bonner Studierendenschaft wollen wir den Prozess der Gegenfinanzierung durch das Land kritisch begleiten und uns für die Mitbestimmung der Studierenden an der Mittelverteilung einsetzen.